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Über mich


AS KasserineAS Kasserine

Alles hat in Kasserine, seinem Heimatort angefangen. Schon sehr früh hatte Karim immer einen Ball um sich, genauer gesagt um seine Füße. Gemeinsam mit seinen Freunden aus dem Viertel verbringt er die Zeit mit Fußballspielen und träumt davon, einmal ein großer Fußballspieler zu werden. Damals war sein großes Vorbild Paolo Maldini.
Er wird sehr schnell, schon im Alter von 13 Jahren, Mitglied der Jugendmannschaft des Fußballklubs AS Kasserine. Dies ist der erste Schritt zu einer sehr langen und schönen Karriere…
Zwei Jahre lang (bis 1998) spielt er mit seinen Freunden des AS Kasserine und sticht hervor – und zwar so sehr, dass er regelmäßig für die Regionalmannschaft aufgestellt wird. Die Weichen für seine zukünftige Karriere werden hier gestellt.
« Diese Zeit in Kasserine war einfach unglaublich. Ich war Kind, und für mich war Fußball noch ein Spiel. Fußball war für meine Kumpels aus dem Viertel und mich die Lieblingsbeschäftigung – wir spielten eigentlich jeden Tag. Es war super! Super war es auch beim ASK. Ich traf auf sehr gute Ausbilder und dann hatten wir auch gute Ergebnisse bei den Wettkämpfen. Diese Zeit werde ich nie vergessen. Ich denke immer noch gern daran zurück und die eine oder andere Erinnerung lässt mich immer noch schmunzeln. Kasserine – das sind meine Wurzeln. Ich bin da geboren, dort bin ich aufgewachsen und ein Teil meiner Familie lebt immer noch dort. Ich weiß, dass die Jugendlichen der Umgebung stolz auf mich sind und mir nacheifern. Ich versuche sie nicht zu enttäuschen, und alles zu tun, um ihnen das zurückzugeben, was sie mir gaben und immer noch geben. »

 

Etoile du SahelÉtoile Sportive du Sahel

Beim Etoile du Sahel durchläuft Karim Haggui viele Etappen. Im Ausbildungszentrum ist er zunächst ein aufmerksamer und respektvoller Schüler, der sich allmählich zum Hoffnungsträger des tunesischen Fußballs entwickelt. In Sousse wird er von den Ausbildern des Klubs, sowie den Altstars des Fußballs - Lofti Hsoumi zum Beispiel – beraten, die in ihm ein großes Talent entdecken. Übrigens häufen sich die Erfolge des Verteidigers. Er wird immer wieder zur Jugendauswahl geholt und gewinnt auch 6 Titel auf nationaler Ebene mit der Amateuren von Etoile du Sahel.
Im Jahre 2002 lernt Karim Haggui dann, gerade mal 18-jährig, die „Welt der Großen“ kennen. Auf Wunsch des legendären Präsidenten aus der Ära des ESS, Othman Jenyah, wurden Nachwuchsspieler als Verstärkung geholt, um eine verfahrene Situation zu retten.
Sein erstes Spiel mit den Profis geht gegen Beja und endet mit einem Auswärtssieg (1-0). Karim zählt zu den Spielern, die bei dieser Begegnung überzeugen und behauptet sich auch bei den folgenden Spielen derart, so dass er schließlich zum unverzichtbaren Mitglied der Stammelf wird.
In der Saison 2003-2004 wird dann die Rakete Haggui gestartet. Er ist nicht nur für den Etoile du Sahel unentbehrlich geworden, sondern nimmt jetzt auch einen wichtigen Platz in der tunesischen Nationalmannschaft ein. Deren damaliger Trainer, Roger Lemerre, erkennt sehr schnell die Qualität des zentralen Abwehrspielers. Für sein junges Alter besitzt Karim schon die Verlässlichkeit, die innere Haltung und die Qualität eines sehr guten Abwehrspielers. Er wird am 20. August 2003 zum ersten Mal zur A-Mannschaft einberufen, zu einer Begegnung gegen Guinea (1-0). Einige Monate später ist ganz Tunesien im siebten Himmel, als die Nationalmannschaft den Afrika-Cup gewinnt. Karim, der in diesem Afrika-Cup neben Jaziri, Trabelsi, Jaïdi, Santos usw. zur Stammelf zählt, spielt vor allem beim Halbfinale die entscheidende Rolle, als er beim Elfmeterschießen gegen Nigeria ( 1-1, 5 zu 3 ) den letzten Schuss verwandelt. Er wird damit mit nur 20 Jahren zum jüngsten tunesischen Sieger dieses Wettkampfs.
Auch in seinem Verein schwebt Karim Haggui auf einer Wolke. Der ESS gewinnt, getragen von seinem jungen Nachwuchs den Afrika-Cup der Pokalsieger. Mehrere europäische Trainer werden auf ihn aufmerksam und so ist nach nur eineinhalb Jahren Profifußball die Zeit reif für neue Herausforderungen und neue Wettkämpfe.
« Ich verdanke dem Etoile de Sahel enorm viel. Während meiner ganzen Ausbildung hatte ich nur einen Trainer, M. Lotfi Hsoumi. Er hat viel dazu beigetragen, dass ich heute da angelangt bin, wo ich bin. Der Präsident, M. Othman Jenyah hat zu Beginn meiner Karriere auch eine wichtige Rolle gespielt. Er ist in Tunesien sehr bekannt und er wird sehr geschätzt. Es war für mich eine Ehre, auf ihn zu treffen und mit ihm zu verkehren. Ohne diese beiden Männer hätte ich dies alles nie kennengelernt. Der Etoile hat mir eine Chance gegeben, als ich noch sehr jung war und ich habe sie genutzt. Das waren zwei enorme Saisons. Alles gelang uns, sowohl im Verein, als auch in der Nationalmannschaft. Der Afrika-Cup wird in meiner Erinnerung immer ein Highlight bleiben. Das war mein erster wirklicher Wettkampf mit Profis und wir gewannen im Heimspiel die Trophäe… Das Finale gegen Marokko (2-1) war ein unvergessliches Spiel. Im ganzen Land war der Teufel los. Wir waren Helden für die Menschen. Wir waren so stolz, all unseren Anhängern und dem ganzen Tunesischen Volk dies alles zu bieten. Man will Fußballer werden, um solche Augenblicke und Emotionen zu erleben. Bei mir ging alles sehr schnell, das stimmt. Aber ich habe immer die Bodenhaftung behalten. »

 

Racing Club StrasbourgRC Strasbourg

Im Sommer 2004, macht Karim Haggui den großen Schritt nach vorne und fliegt nach Frankreich um beim Racing Club Straßburg zu unterschreiben. Die Entdeckung der französischen Liga fällt ihm nicht leicht. Der tunesische Verteidiger integriert sich sehr schnell und erkämpft sich einen Platz in der Straßburger Mannschaft. Er verkehrte mit Spielern wie Mamadou Niang, Mickaël Pagis, Artur Boka, Sidi Keita, Kévin Gameiro, Alexander Farnerud, Cédric Kanté,…
Zwei Jahre lang lernt der Tunesier, sich an den europäischen Fußball zu gewöhnen. Am Ende seiner ersten Saison mit RC Straßburg wurde er Sieger des französischen Liga-Pokals. Trotz einer schwierigen Saison 2005-2006 in der Liga, macht der RCS im UEFA Cup eine gute Figur.
Dank dieser Leistung konnte Karim, der inzwischen von den Vereinsanhängern als bester Spieler des RC Strasbourg des Jahres 2005 gewählt wurde, sich mit einem europäischen Wettkampf vertraut machen ; und er wird diesen in den kommenden Jahren noch besser kennenlernen.
Nach dem Abstieg in die 2. Liga des RC Straßburg, muss sich der Racing von seinen besten Spielern trennen und muss zusehen, wie Karim nach Deutschland wechselt.
« Der RCS war ideal, um erste Erfahrungen außerhalb Tunesiens zu sammeln. Ich kam in einen familiären Verein, in eine junge Gruppe und auch in eine schöne Stadt. Ich fügte mich schnell in die Mannschaft ein. Ich konnte meine Spielweise perfektionieren. Und dann gewinnen wir eine Trophäe, und wir spielen den UEFA Cup. Dies bleibt eine sehr positive Erfahrung. Außerdem hatte ich das Glück mit sehr guten Spielern zu spielen. Es machte mir ehrlich Spaß, jeden Tag mit beispielsweise Mickaël Pagis zu trainieren. Er ist einer der besten Spieler, mit denen ich während meiner ganzen Karriere zu tun hatte. Er hatte leider nicht die Karriere, die seinem Talent entsprach. » 

 

Bayer LeverkusenBayer 04 Leverkusen

2006 unterschreibt Karim Haggui im Alter von 22 Jahren bei einem großen deutschen Verein, Bayer Leverkusen.
Auch hier integriert sich der tunesische Spieler sofort und erhält schnell einen Platz in der Stammelf. Die ersten Saisons sind ein Erfolg und Karim macht von sich reden. Seine Leistungen werden von deutschen aber auch von ausländischen "Rekrutierern" immer genauer beobachtet. Leider wird die dritte und letzte Saison in Leverkusen auch die schwierigste; Verletzungen stoppen den Aufstieg des tunesischen Verteidigers (83 Spiele, 5 Tore für Bayer Leverkusen).
« Es stimmt, alles hat super begonnen bei Bayer Leverkusen. Ich habe mich gut integriert und ich habe die Sprache schnell gelernt. Zwei Saisonen lang gab es nichts auszusetzen. Ich machte meine Spiele, wir hatten interessante Ergebnisse, wir spielten den UEFA Cup. Aber das dritte Jahr war schwieriger. Ich war verletzt und brauchte Zeit, um zurückzukommen. Das hat mich gebremst. »

 

Hannover 96Hannover 96

Schließlich unterschreibt Karim Haggui im Sommer 2009 bei einem anderen deutschen Verein: Hannover 96. Mit 25 Jahren entscheidet sich der Tunesier, in der Bundesliga zu bleiben, obwohl mehrere spanische und englische Vereine um ihn warben.
Da Hannover für ihn eine interessante Herausforderung ist und er spürt, dass der Verein ein neues Sprungbrett für seine Karriere werden könnte, unterschreibt er einen Zweijahresvertrag.
Schon ab der 1. Saison ist er unbestrittener Stammspieler. Er trägt viel dazu bei, dass sich der Verein in der Liga halten kann, als dieser schwierige Zeiten durchlebt. Während der Saison wird Hannover durch den dramatischen Tod seines Torhüters Robert Enke schwer getroffen.
Mit Ausgang des letzten Spieltags kann sich Hannover schließlich in der Liga halten und Haggui (31 Spiele, 2 Tore) war dabei einer der besten Akteure.
Die zweite Saison beginnt weitaus besser. Nach sieben Bundesligaspieltagen platziert sich Hannover an dritter Stelle und erzielt damit den besten Start der gesamten Vereinsgeschichte. Karim hat dabei eine Schlüsselrolle bei der guten Abwehr der Mannschaft, die von Mirko Slomka trainiert wird.
« Es ist richtig, dass mir die Wahl anfangs nicht leicht fiel. Aber ich habe mich für eine interessante Herausforderung entschieden. Ich habe in Hannover einen familiären Verein entdeckt, der sehr gut strukturiert ist, großartig ausgestattet ist und ein wunderbares Stadion hat. Wir haben auch super Anhänger, die uns permanent unterstützen. Es stimmt, die erste Saison war schwierig. Den Tod eines Mitspielers mitzuerleben ist grausam. Aber dieses Jahr gab es einiges an Veränderungen in der Gruppe und jetzt ist sie in sehr guter Verfassung. Es herrscht eine super Stimmung. Wir essen oft alle zusammen in einem Restaurant der Innenstadt zu Mittag. » 

 

Nationalmannschaft TunesienDie tunesische Nationalmannschaft

Zum ersten Mal wird Karim Haggui im August 2003 erst knapp 19-jährig zur Nationalmannschaft geholt. Seitdem ist er dem tunesischen Trikot treu geblieben. Nach vielen Momenten des Ruhms, wie dem Sieg beim Afrika-Cup, einer Teilnahme an den Olympischen Spielen von Athen im gleichen Jahr und eine Teilnahme an der Fußballmeisterschaft 2006 in Deutschland, wird ihm mit nur 22 Jahren die Kapitänsbinde vermacht.
Mit jetzt fast schon 100 Spielen mit der Nationalelf bleibt Karim für die verschiedenen tunesischen Trainer immer noch ein Schlüsselspieler. Als Grundpfeiler der Abwehr versucht er, der neuen Generation tunesischer Spieler seine Erfahrung und sein „Know-how“ zu vermitteln.
« Das Nationaltrikot ist das wichtigste Trikot für mich! Nichts ist wichtiger als ein Spiel mit der Nationalmannschaft! Die Kapitänsbinde zu tragen ist natürlich mit großem Stolz verbunden, aber es ist gleichzeitig auch eine große Verantwortung. Ich weiß, dass die Zuschauer hohe Ansprüche stellen und viel von uns erwarten. Aber wir brauchen noch ein bisschen Zeit, um an das Niveau der vergangenen Jahre anknüpfen zu können.
Eine talentierte Generation ist weg und man muss der neuen Generation Zeit lassen, sich die nötige Erfahrung anzueignen. Es ist unser Ziel, an den nächsten großen internationalen Wettkämpfen teilzunehmen, d.h. dem Afrika-Cup, der Weltmeisterschaft, den Olympischen Spielen und dabei gut abzuschneiden. »

 


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